Warning: gethostbyaddr(): Address is not a valid IPv4 or IPv6 address in /DISK3/WWW/bruenn.org/todesmarsch/weblog.php on line 44 Das Deutsche Brünn und sein Ende

Das deutsche Gesicht der Stadt Brünn

Trotz zahlreicher Neubauten aus kommunistischer Zeit, die heute die Peripherie der mährischen Hauptstadt oft mehr verunstalten als verschönern, zeigt Brünn immer noch ein deutsches Gesicht, denn das Bild des Stadtkerns wurde von deutschen Bauherren und Baumeistern geprägt. Fast alle amtlichen Gebäude und Sakralbauten, die seit der Verleihung des Stadtrechtes (1243) bis zum Zusammenbruch der Habsburger Monarchie (1918) in der Brünner Altstadt entstanden, sind Werke von Deutschen.

Eine knappe, naturgemäß unvollständige Aufzählung mag folgen:

Der erste deutsche Baumeister, der urkundlich erwähnt wird, war Heinrich von Gmünd. Nachdem er am Dom zu Köln gute Arbeit geleistet hatte, wurde er im Jahre 1381 von Markgraf Jobst zum „magister structurarum“, d. h. zum amtlichen Baumeister der befestigten Stadt berufen. Das Meisterzeichen des Deutschen ist an der Jakobskirche nachgewiesen.

Auch das Altbrünner Kloster, das ein halbes Jahrhundert vorher (1322) von Königin Elisabeth, der Witwe Wenzels II., als Nonnenkloster außerhalb der Stadtmauern gegründet wurde, läßt die Handschrift deutscher Meister erkennen. Es wurde im Stile der norddeutschen Backsteingotik erbaut.

Der Deutsche Anton Pilgram, der spätere Dombaumeister von St. Stephan in Wien, schuf das Portal des alten Brünner Rathauses (1511) und den Westflügel der Jakobskirche (1515).

Zu den besten Zeugnissen der „Mährischen Renaissance“ zählen Fassade und Hofarkaden des Patrizierhauses, das der deutsche Großkaufmann Schwarz um 1590 auf dem Großen Platz errichten ließ, das später in den Besitz der Herren aus Lipa überging und das heute die Bezeichnung Brno City Center trägt.

 

Der Entwurf des Parnaßbrunnens auf dem Krautmarkt geht auf Meister Johann Bernhard Fischer von Erlach zurück, der zu jener Zeit mit dem Frainer Schloß beschäftigt war.

 Neues Rathaus.

Der aus Landshut in Bayern stammende Moritz Grimm baute von 1729 bis 1733 die Minoritenkirche, eines der schönsten Barockgebäude der Stadt. Danach schuf er das Thomaskloster, die prachtvolle Fassade des Neuen Rathauses und das Kloster der Barmherzigen Brüder in Altbrünn.

 Deckenfresken in der Apotheke des Klosters der Barmherzigen Brüder.

Die eindrucksvolle Fassade der ehemaligen Statthalterei mit dem Reichsadler und das Portal mit den Standbildern des Markgrafen Johann und des Kaisers Jodok gestaltete der Deutsche Franz von Hillebrand.

Auf dem Comeniusplatz errichtete 1859/60 die Stadtverwaltung zwei eindrucksvolle Gebäude: das Gymnasium und die Deutsche Technische Hochschule.

Als drittes Gebäude entstand die Deutsche Evangelische Kirche, die genau auf den Obelisken auf dem Franzensberg (Denisanlage) ausgerichtet ist und einen harmonischen Abschluß bildet.

Erwähnenswert auch noch das neue deutsche Stadttheater, das am 14. November 1882 eröffnet wurde und das als erstes Theater auf dem europäischen Kontinent mit einer elektrischen Beleuchtungsanlage ausgestattet war. Das bewog den Erfinder der Kohlenfaden-Glühbirne, Thomas Alva Edison, zur Eröffnung nach Brünn zu kommen.

Im Jahre 1888 begannen die Vorarbeiten für den Bau des Deutschen Hauses, das im Stile der Spätrenaissance als Backsteingebäude errichtet wurde. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges teilweise zerstört, mußte es von deutschen Zwangsarbeitern nach Kriegsende abgetragen werden.

 
Elektrische Leuchten im Theater.

Hauptseite